Vahlhausen bei Horn mehr als 1150 Jahre alt

Ausschnitt aus einer alten Postkarte

Das genaue Gründungsdatum von Vahlhausen ist nicht bekannt. Es liegt jedoch vor dem Datum der Ersterwähnung. Bereits in Dokumenten des Klosters Corvey aus der Zeit zwischen 822 und 876 n. Chr. wird der Ortsname Vahlhausen viermal verzeichnet. Da Corvey noch im Jahre 1358 Grundbesitz in Vahlhausen bei Horn hatte, dürfen wir wohl annehmen, dass sich mindestens eine dieser Erwähnungen auf das Naptedorf bezieht. Die durch den Heimatforscher Arthur Schöning in Umlauf gebrachte Behauptung, Vahlhausen bei Horn würde um 846 n. Chr. erstmals urkundlich erwähnt, hat zwar einiges für sich, doch ist damit kein unumstößliches Datum vorgegeben. Vorsichtiger wäre zu sagen, dass mit größter Wahrscheinlichkeit das Kloster Corvey um die Mitte des 9. Jahrhunderts, also vor ungefähr 1150 Jahren, Grund und Boden in unserem Vahlhausen von einem Adligen geschenkt erhalten hat. Mit solch vagen Formulierungen befindet sich Vahlhausen in bester Gesellschaft. [...]

Nr. 1 - Kützemeier <Flammenkamp>, Im Knicke 1

Nr. 1 - Kützemeier <Flammenkamp>

Über den Hof Flammenkamp liegt aus dem Jahre 1980 das umfangreiche Manuskript (100 Seiten) einer Hofchronik von Adolf Redeker vor. Der Hof wird zunächst 1535 im Landschatzregister Meinberg geführt, Hermann im Flammenkamp ist der damalige Besitzer. Nach 1535 heißt er abwechselnd Flamkamp zu Werne und Flamkamp zu Vahlhausen. 1609: Wehren, Flammenkamp „ziemlich“ (bedeutet soviel wie „gut in Schuss“). Im Jahre 1762 wurde der Hof durch englische Soldaten geplündert und die Bewohner schwer mißhandelt.

Bis 1920 gehört der Hof Flammenkamp zur benachbarten Bauerschaft Wehren. Aus der Hausinschrift von 1866 geht jedoch hervor, dass als Wohnort meistens Vahlhausen genannt wurde:

Bete und arbeite
Wir Bauen Häuser hier auf Erden und müssen in die Ewigkeit.
Herr las uns dort zum Lohne werden die Krone der Gerechtigkeit.
Aufgerichtet den 29 ten Juni 1866
Zmst Bornemeier   Maust Holste
[Zimmermeister]    [Maurermeister]
F. Flammenkamp in Vahlhausen
Jette Klingemeier aus Billerbeck

Heute ist der Hof Kützemeier der letzte landwirtschaftliche Vollerwerbsbetrieb in Vahlhausen.

1535

Landschatzregister, Meinberg

Hermann im Flammenkamp

1590

Salbuch Vahlhausen

Johann Flammenkamp, ein Meier

1620

Landschatzregister, Vahlhausen

Flammenkamp, Vollspänner

1782

Wehren Nr. 1

Flammenkamp, großer Halbmeier

1900

Wehren Nr. 1

Hagemeister, Fritz, Landwirt (1861-1939)
Flammenkamp, Fritz (1828-1917)

1926

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 1

Hagemeister, Friedrich, Landwirt - Tel. 120
Kützemeier, Friedrich, Landwirt

1962

Vahlhausen b. Horn Nr. 1

Kützemeier, Fritz, Bauer (1885-1972)
Kützemeier, Kurt, Bauer
Tiburzy, Richard, Landwirt

.

Nr. 25 - Giampaolo <Hagemeister>, Steinheimer Straße 162

Nr.25 - Giampaolo

Ende der 1920er, Anfang der 1930er Jahre baute der damalige Besitzer von Nr. 1, Hagemeister, eine repräsentative Leibzucht mit Nebengebäude, man spricht bei Gebäuden dieses Typs auch von „Bauernvillen“.








1930

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 25

Hagemeister, Friedrich

1962

Vahlhausen b. Horn Nr. 25

Kuprat, Ida, Hausfrau

Kuprat, Horst, Fabrikarbeiter

.

Nr.2 - Friedrichs, Steinheimer Straße 148

Nr.2 - Friedrichs

1888 gründet der Ziegler August Friedrichs die Stätte auf „Zubehörungen“, das heißt auf dem Besitz des Landwirts Kuhlemeier (Nr. 20).








1901

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 61

Friedrichs, August, Maurer

Bolze, August, Hausierer

1926

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 2

Friedrichs, Gustav, Maurer

1962

Vahlhausen b. Horn Nr. 2

Friedrichs, Gustav, Kraftfahrer

Funke, Erich, Maurer

.

Freitag, Jägerwinkel 4

Freitag, Jägerwinkel 4

Das Haus Jägerwinkel 4 wurde nach 1962 von Richard Tiburzy auf einem Grundstück von Nr. 1 (Kützemeier) gebaut.










Nr.3 - Blandau <Hofmeister>, Jägerwinkel

Nr.3 - Blandau <Hofmeister>

Anfang der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde der Hof durch einen Großbrand zer­stört. Vermutlich ist auch dabei eine Inschrift von 1805 verlorengegangen, die in dem Manuskript von Grete Vogt "Hausinschriften im Amt Horn" von 1948 noch erwähnt ist:







ICH BAUE NICHT AUS ÜBERMUTH   MEIN ALTES HAUS THAT NICHT MEHR GUT
MEIN VATER DER DIES WUSTE WOL   BEFOHL AUCH DAS ICH BAUEN SOL
DAS HOLZ HAT ER MIR AUFBEWARET   AUCH NOCH DAZU WAS GELD GESPARET
IHM DANK ICH DAFÜR JEDERZEIT   UND WÜNSCH IHM AUCH DIE SELLIGKEIT
HEIL UND SEGEN DREIN BEWARE DIESES HAUS DAS GANZE LAND
FÜR KRIEGSGEFAHR FÜR FEUER UND BRAND
AUCH ALLEN DENEN DIE MICH KENNEN
GIEB GLÜCK UND SEGEN WIE SIE ES MIR GÖNNEN
SO OFT SIE MEINEN NAMEN NENNEN

DEN 14.JUNIUS ANNO 1805 JOHANN HEINRICH HOFFMEISTER
UND SOPHIA MÜTERS AUS BILLERBECK
D.M.C.R.T.P.

Der Hof gehörte, wie der Hof Nr. 1, bis 1920 zur Bauerschaft Wehren und hatte die Hausnummer 20. Gegründet wurde der Hof vor 1540. In den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Hof von der Familie Blandau gekauft. Die Familie betrieb neben der Landwirtschaft ein Café/Restaurant und vermietete Fremdenzimmer. Der Gastbetrieb wurde 1995/1996 eingestellt. Die Räumlichkeiten wurden zu Wohnraum für mehrere Familien umgebaut.

1545

Landschatzregister

Knick Hencke

1618

Landschatzregister

Knick Henrich, Hofm[eister]

1620

Salbuch

Cord Vögeler aus Meinberg (Beruf: Hofmeister)

1782

Wehren Nr. 20

Hoffmeister, Kleinkötter

1805

Wehren Nr. 20

Hoffmeister, Johann-Heinrich [lt. Hausinschrift]

1835

Salbuch, Wehren

Hoffmeister, Kleinkötter

1901

Wehren Nr. 20

Hofmeister, Wilhelm, Landwirt

1926

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 3

Hofmeister, Hermine, Landwirtin

1948

Vahlhausen b. Horn Nr. 3

Gnos (Hans 1923-1945)

1962

Vahlhausen b. Horn Nr. 3

Blandau, Kurt, Landwirtschaft und Fremdenheim

Kolotzey, Heinz, Fabrikarbeiter

Weinknecht, Willi, Fabrikarbeiter

.

Nr.4 - Blumenbach <Schneider> , Steinheimer Straße 146

Nr.4 - Blumenbach

Der Hof wurde um 1600 vom Sohn des Hofes Böckhaus (Nr. 19) gegründet. Der Gründer des Hofes Berend Bockhus hatte laut Salbuch von 1620 für diese Stätte acht Morgen Land von Horner Bürgern gekauft. Berend Böckhaus war von Beruf Schneider; diese Berufsbezeichnung setzte sich später als Haus- und Familienname durch [Linde]. Das Hauptgebäude und eine Scheune brannten in den 1980er Jahren komplett aus.





1609

Berndt Bockhuß, Schneider

1620

Salbuch

Bernd Bockhus, Straßenkötter

1782

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 6

Schneider vlg. Bernd Böckehus, Hoppenplöcker.

1901

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 6

Schneider, Christoph, Landwirt

Siesenop, Heinrich, Ziegler

1926

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 4

Husemann, Wilhelm, Landwirt

1962

Vahlhausen b. Horn Nr. 4

Schwarze, Johannes, Landwirt

.

Nr.5 - Nr.8

Die Grundstücke befinden sich auf dem Hof Leweke, der ersten Vahlhauser Straßenkötterstätte, die bereits vor 1535 gegründet wurde. Die einzelnen Häuser mit ihren Grundstücken wurden Ende des 19., Anfang des vom ursprünglichen Hof abgeteilt, so daß inzwischen fünf Wohnhäuser auf dieser alten Vahlhauser Stätte stehen.

.

Nr.5 - Kottmann, Steinheimer Straße 144

Nr.5 - Kottmann

Das Haus wurde wie das nächste Haus (Nr. 6) nach 1901 von dem neuen Besitzer des Hofes Leweke, Lohrmann, für eine seiner Töchter, verheiratete Kottmann gebaut.









1926

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 5

Kottmann, Friedrich, Ziegler (1885-1953)

1962

Vahlhausen b. Horn Nr. 5

Kottmann, Herbert, Schlosser (1923-1995)

.

Nr.6 - Hanus <Lohrmann, Radke>, Ulanenweg 1

das besondere Foto

Das Gebäude wurde nach 1901, wie Nr. 5 von Lohrmann gebaut.









1926

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 6

Lohrmann, Gustav, Schuhmachermeister

1962

Vahlhausen b. Horn Nr. 6

Radtke, Lilli, Hausfrau (1913-1993)

.

Nr.7 - Lehmann, Ulanenweg 2

Nr.7 - Lehmann

Vermutlich liegt an dieser Stelle die Urstätte des gesamten Areals der Nummern 5, 6, 7 und 8. Der Hof Leweke verfügte laut Salbuch von 1620 über 18 Morgen Land, die den Grafen zur Lippe und anderen grundeigen waren. Der Hof wurde vor 1535 gegründet, die erste Erwähnung im Landschatzregister von 1535 nennt Leveken, Johan als Besitzer. Ab 1766 erhält die Stätte die Vahlhauser Hausnummer 7. Im Jahre 1869 errichtet der Besitzer Leweke auf dem Hof oberhalb dieses Hauses ein neues Gebäude (später Nr. 8). Er verkauft das alte Gebäude oder Leibzuchthaus und einige Teile Land an Fritz Husemann aus Vahlhausen.

Besitzer vor 1869 siehe unter Nr. 8:



1869

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 59

Zunächst Heinrich Leweke, ab 1. April Fritz Husemann von Nr. 48

1901

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 59

Husemann, Fritz, Landwirt und Zimmerer

1926

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 7

Husemann, Sophie, Wwe.

Husemann, Wilhelmine, Wwe.

1962

Vahlhausen b. Horn Nr. 7

Wallbaum, Luise, Schneiderin (1916-1973)

.

Nr.8 - Lehmann - Ulanenweg 2

Nr.8 - Lehmann

Das Mehrfamilienhaus oberhalb der Nummer 7 steht ebenfalls auf dem Grundstück des ehemaligen Hofes Leweke. Das 1869 errichtete Fachwerkhaus wurde in den 1970er Jahren abgerissen. An gleicher Stelle entstand das jetzige Mehrfamilienhaus.

Nach dem Umzug der Familie Leweke in den Neubau 1869 wird das alte Gebäude und ein Teil des Hof-Grundstückes verkauft (siehe unter Nr. 7). Im Jahre 1880 verkauft Leweke den Hof Vahlhausen an Friedrich Lohrmann. Lohrmann errichtet für seine Kinder auf dem Hof noch die Gebäude Nr. 5 (Gustav Lohrmann) und Nr. 6 (Kottmann). Die Familie Pehle hatte den Hof Nr. 8 bereits ab 1951 gepachtet und betrieb zu der Zeit den Vahlhauser Steinbruch oberhalb des Friedhofs. Der früher auch schon von Lohrmann betrieben wurde und somit wohl zum Hof gehörte.

Die Besitzerfolge des Hofes:

1535

Landschatzregister

Johan Leveken

1620

Salbuch

Leveken, Hoppenplöcker

1782

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 7

Leweke, Hoppenplöcker.

1869

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 7

Oberhalb des Hofes errichtet Leweke 1869 einen Neubau und behält die Hausnummer 7. Das alte Haus wird verkauft und erhält die neue Hausnummer Vahlhausen-Bellenberg Nr. 59

1880

Verkauf durch Leweke

Lohrmann, Friedrich sen.

1901

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 7

Lohrmann, Friedrich, Landwirt

Lohrmann, Gustav, Schuhmachermeister (wohnt später in Nr. 6)

1903

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 7

Lohrmann, Friedrich jun.

1926

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 8

Wallbaum, Friedrich, Landwirt

1962

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 8

Pehle, Friedrich, Ferntransport oHG

Pehle, Heinrich, Steinbruch oHG

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Nebengebäude zu Nr.8 - Lehmann

Nebengebäude zu Nr.8 - Lehmann

Ein Stallgebäude des Hofes Nr. 8 wurde 1995 zu einem Wohnhaus umgebaut.










Nr.9 - Wiese, Steinheimer Straße 142

Nr.9 - Wiese

Diese Stätte ist eine Neugründung von 1846 und wurde auf dem Grundbesitz von den Höfen mit den späteren Hausnummern 20 (heute Kaiser) und 13 (heute Schäl) gegründet, vermutlich stand schon vorher ein Haus (Kotten des Hofes Kuhlemeier (siehe Nr. 20) auf dem Grundstück.






1843

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 49

Wiese, Christian, Schneider

1901

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 49

Wiese, Karl, Ziegler

1926

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 9

Wiese, Karl, Arbeiter

Wiese, Karl jun., Dampfpflugführer

Nirnajomi, Minna, Wwe. [geb. Wiese]

1962

Vahlhausen b. Horn Nr. 9

Wiese, Karl, Maschinist

.

Nr.10 - Biere <Blanke, Erfkamp> , Steinheimer Straße 138

das besondere Foto

Gegründet wurde diese Stätte nach 1595 durch Dismembrierung (Zerstückelung) des Hofes Nr. 3 (siehe Nr. 17) gegründet. Das heutige Haus wurde 1890 von dem neuen Besitzer Blanke errichtet, Blanke verkaufte den Hof 1936 an Fritz Erfkamp aus Augustdorf.








1620

Salbuch

Herman uff der Haußstede, Straßenkötter

1782

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 8

Hausmann oder Husjohann, Straßenkötter

1901

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 8

Blanke, Hermann, Tischlermeister, Vertreter der Lipp. Landes-Zeitung

1926

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 10

Blanke, Hermann, Zimmermstr. und Landwirt

1936

Vahlhausen b. Horn Nr. 10

Erfkamp. Fritz

1962

Vahlhausen b. Horn Nr. 10

Erfkamp, Gustav, Haumeister und Landwirt

.

Nr.11 - Wendt, Steinheimer Straße 134

das besondere Foto

Gegründet wurde die Stätte um 1842 auf Grundstücken die zu den damaligen Höfen Nr. 1 (Nr. 20) Rehmsmeier-Kaiser und Nr. 2 (Nr.13) Klöpping-Schäl gehörten. 1870 heiratet Heinrich Betke auf den Hof. August Wendt stammte aus Belle und kaufte den Hof von Betke Ende des 19. Jahrhunderts.







1842

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 45

Leweke

1901

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 45

Wendt, August, Landwirt

1926

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 11

Wendt, August, Landwirt (1870-1952)

Siesenop, Luise, Wwe.

1962

Vahlhausen b. Horn Nr. 11

Wendt, Gerhard, Postbote und Landwirt
Wendt, Lina, Poststellenhalterin

Kottmann, Walter, Zeitungsbote

.

Nr.12 - Krüger, Steinheimer Straße 128

Nr.12 - Krüger

Der rechte Teil des größeren Gebäudes ist die ursprüngliche Gaststätte, im Erdgeschoß befand sich links vom Eingang die Gaststube, rechts der kleine Lebensmittelladen und dahinter die große Küche der Gaststätte. Ursprünglich befand sich in diesem Gebäudeteil die Deele. Der Kern dieses Gebäudeteils geht vermutlich auf die Gründung der Stätte zurück; erste Umbauten nahm der neue Besitzer August Krüger nach 1913 vor. Der Anbau links ist ca. 1966 entstanden. Vorher stand an dieser Stelle bereits ein Saal-Anbau. Im Erdgeschoß dieses neuen Anbaus befand sich wieder der Saal und in der ersten Etage waren Fremdenzimmer vorhanden. Gegründet wurde die Stätte 1866/67 durch Bernhard Nolte oder Meierjohann, Sohn und Anerbe des Nolte von Nr. 3 (seit 1843 Besitzer der Späteren Stätte Nr. 17 - Kemper). Nolte war seit 1864 verheiratet mit Luise Stolte-Husemann einer Tochter von Nr. 48 (später Nr. 18 - Husemann). Das Ehepaar wohnte zunächst auf seiner elterlichen Stätte Nolte, Vahlhausen-Bellenberg Nr. 19, in Bellenberg [Isermann]. Nolte gründete dann hier auf der Vahlhauser Stätte die erste Gastwirtschaft und Kolonialwarenhandlung des Dorfes. Auch die nächste Generation –Nolte- betrieb noch die Gastwirtschaft. Familie Krüger führte seit 1913 den Vahlhauser „Dorfkrug“ und baute die kleine Stätte zu dem späteren „Germanenhof“ aus. Das Lebensmittelgeschäft wurde bis Mitte der 1970er Jahre von Hilde Krüger geführt, die Gastwirtschaft mit Saalbetrieb war bis Mitte der 1980er Jahre in Betrieb. In dem Gebäude, das ehemals als Gastwirtschaft, Laden, Saal und Fremdenzimmern genutzt wurde sind in den vergangenen Jahren acht Wohnungen einstanden.

Die Besitzer des Hofes ab 1866:

1866

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 56

Nolte, Bernhard vlg. Meyerjohann

1901

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 56

Nolte, Gottlieb, Zieglerm., Wirth

1926

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 12

Krüger, August, Gastwirt (1882-1970)

1962

Vahlhausen b. Horn Nr. 12

Krüger, August, Gastwirt. (1882-1970)

Krüger, Hildegard, Lebensmittelgeschäft.

Krüger, Wilhelm, Gaststätte. (1915-1992)

Höpping, Theodor, Dreher

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Nr.13 - Schäl <Klöpping>, Fasanenweg 2

Nr.13 - Schäl

Mit der Stätte Vahlhausen Nr. 13, kommen zu einem der Vahlhauser Urhöfe deren Gründung im frühen Mittelalter um 800 liegen dürfte (Linde). Nach der Numerierung von 1766 war dieser Hof mit der Nummer 2 auch der zweitgrößte Hof in Vahlhausen. In der frühen Neuzeit gehörte der Hof der Familie von Donop, verwaltet wurde er schon in dieser Zeit von der Familie Klöpping (Hanß Cloppinck, LSR 1545), vorher (LSR 1535) von Hermenn Flogell. Um 1540 erwirbt Anton von Donop, Drost zu Horn, von den Erben des Bernhard Sander zu Horn Besitzungen in Vahlhausen, die sein Meier Hans Klöpping bewirtschaftet. Der Kauf wird in zwei Urkunden von 1546 erwähnt. Im Salbuch von1620 heißt es dann: Klopping, Vollspänner, 4 Pferde. Hof mit 30 Morgen Land gehört dem von Donop zu Wöbbel, besitzt außerdem 30 Morgen Herrenland und 6 weitere Morgen.1729 verkauft Carl Moritz von Donop den Hof an Martin Helle zu Horn.

Eine Ausführliche Beschreibung des Hofes und der Familie Klöpping ist von einem Nachfahren der Klöppings, Helmut Klöpping, 1970 in dem Buch "Das Geschlecht Klöpping aus Vahlhausen bei Horn in Lippe" verfaßt worden. Im Jahre 1853 verläßt der letzte Klöpping den Hof. Friedrich Klöpping verkauft den Hof an Simon Kuhlemeier, später ist der Hof im Besitz der Familie Tappe.

Von der ursprünglichen Größe und Bedeutung des Hofes war wohl zu der Zeit bereits nur noch wenig vorhanden. Das heutige Gebäude steht über den Grundmauern eines kleinen Fachwerkhauses, das eventuell ein Leibzuchtgebäude des Klöppinghofes gewesen sein könnte. Die Besitzer des Klöppinghofes in chronologischer Reihenfolge:

1535

Landschatzregister

Hermenn Flogell

1545

Hanß Cloppinck

1620

Salbuch

Klopping, Vollspänner

1782

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 2

Klöpping, Mittelkötter

1853

Besitzerwechsel

Klöpping / Kuhlemeier

1901

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 2

Tappe, Luise, Landwirtin

1926

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 13

Tappe, Friedrich, Landwirt

Tappe, Wilhelmine, Wwe.

1962

Vahlhausen b. Horn Nr. 13

Schäl, Günter, Landwirt

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Nr.14 - Brand <Triftmann>, Fasanenweg 4

Nr.14 - Brand

Auf dem Torbogen des Fachwerkhauses befindet nach Grete Vogt im Jahre 1948 noch folgende Inschrift:

ICH BAUE NICHT AUS ÜBERMUT   MEIN VORIGES HAUS GING IN GLUT
HOSEA 6 V 1 KOMMT WIR WOLLEN WIEDER ZUM HERRN DENN ER HAT
UNS ZERRISSEN ER WIRD UNS AUCH HEILEN ER HAT UNS GESCHLAGEN
ER WIRD UNS AUCH VERBINDEN
JOHANN FRIEDRICH DICKEMANN UND AMALIA VERKEN AUS DALBORN
DEN 7TEN OKTOBER 1835   M JASPER

Die Inschrift ist nicht mehr Vorhanden, die Giebelwand des Hauses wurde inzwischen umgebaut. Die korrekten Familiennamen der Eheleute sind Driftemann und Vocke.

Der Hof Brand ist vermutlich die ursprüngliche Stätte der drei Höfe die zwischen Napte und Beller Holz liegen. Gegründet wurde dieser Hof um 1660 von einem nachgeborenen Sohn der benachbarten Klöpping-Stätte (Nr. 13). Nach der Hausinschrift muss der Hof vor 1835 einmal abgebrannt sein. Um 1845 übernimmt Wilhelm Brand aus Wehren den Hof, die Familie Drifte oder Triftemann soll dann nach Amerika ausgewandert sein.

1665

Jost Klöpping

1782

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 9

Triftmann, Straßenkötter

1835

lt. Inschrift

Driftemann, Johann Friedrich

1901

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 9

Brandt, Wilhelm, Landwirt.

Brinkmann, Friedrich, Tagelöhner (1881-1916?)

1926

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 14

Brand, Wilhelm, Landwirt

Brinkmann, Friedrich, Invalide

1962

Vahlhausen b. Horn Nr. 14

Brand, Walter, Landwirt

Dziedzic <Leweke>, Fasanenweg 6

Dziedzik

Gegründet wurde die Stätte vermutlich durch Abteilung, oder als Leibzucht zu Nr. 14 (Brand) durch Triftmann „ein Kirchenkötter“ 1849. Die Ursprüngliche Stätte, Vahlhausen Nr. 51, lag auf der anderen Seite des Weges, gegenüber des heutigen Hauses auf dem Grundstück, daß heute noch als Garten zum Fasanenweg 6 gehört. Um 1925 baute die Familie Leweke ihr neues Haus nun auf dem gegenüberliegenden Grundstück, daß zur Gemarkung Meinberg gehörte. Bis zur Kommunalreform 1970 gehörte diese Stätte daher zur Gemeinde Meinberg und hat auch in dieser Zeit keine Vahlhauser Hausnummer (siehe 1926), sondern die Adresse Steinheimer Straße 215, Meinberg.




Die Besitzer in der Übersicht:

1808

Meinberg Nr. 35 (?)

Triftemann, Simon Henrich, Rademacher

1849

Meinberg Nr. 35 (?)

Triftmann, Johann Berend Friedrich Simon, Kirchenkötter No. 35 in Vahlhausen

1901

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 51

Brokhagen, Albert, Ziegler

1926

Meinberg Nr. 215

Leweke, August, Ziegler

Leweke, Minna, Schneiderin

1962

Meinberg, Steinheimer Straße 215

Dziedzic, Kazimierz, Arbeiter

Leweke, Frieda, Hausfrau

.

Nr.15 - Brokmann, Fasanenweg 5

Nr.15 - Brokmann

Gegründet wurde die Stätte 1845 durch Buse auf dem Grundbesitz des Klöpping-Hofes (Nr. 13). Buse überträgt den Hof 1870 an seinen Schwiegersohn Simon Heinrich August Teget. Heinrich Brockmann aus Herrentrup hat den Hof Anfang des 20. Jahrhunderts gekauft.







1901

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 47

Teget, Friedrich, Ziegler

1926

Vahlhausen Nr. 15

Brokmann, Heinrich, Landwirt (sen.)

1962

Vahlhausen Nr. 15

Brockmann, Heinrich, Landwirt (1911-1999)

Brockmann, Heino, Zimmermann (ein Neffe)

.

Nr.24 - Brand, Vahlhausener Straße 47

Nr.24 - Brand

Nach dem wir die Napte wieder überquert haben, kommen wir auf der Vahlhausener Straße noch an dem Haus der Familie Brand vorbei, das 1920 noch nicht existierte und somit die neuere Hausnummer 24 hat, die nach 1926 vergeben wurde. Das Haus wurde von dem Maurer Ernst Brand  um 1930 gebaut.







1962

Vahlhausen b. Horn Nr. 24

Brand, Ernst, Maurer (1904-1980)

Brand, Willi, Tischler

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Nr.16 - Hoppe <Brokmann, Nolte>, Brückenweg 6

Nr.16 - Hoppe

Das vierte Wohnhaus, das Heinrich Stolte und Jette Husemann erbauen, wurde ca. 1854/1858 als Leibzucht zu Nr. 18 gegründet. Die Witwe Husemann(Stolte) hat die Stätte dann 1865 an Friedrich Nolte (vermutlich von Nr. 3, später Nr. 17) verkauft. Die Inschrift an dem Gebäude lautet:

DIES IST DAS VIERTE WOHNHAUS WELGES WIR MITT GROSER MUHE UND GOTTES HULFE EMPOREN
HIERÜBER BEMERKE ICH EINEN KLEINEN VERS WER GOTT VERTRAUT HAT WOHL GEBAUT
IM HIMMEL UND AUF ERDEN WER SICH VERLAST AUF JESUM CHRIST DEM WIRD DER HIMMEL WERDEN
HEINRICH STOLTE UND JETTE HUSEMANN HABEN DIESES HAUS LASSEN BAUEN ANO 1854 DEN 10 TEN JULIUS


1854

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 53

Stolte oder Husemann, Heinrich

1865

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 53

Nolte, Friedrich

1901

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 53

Nolte, Friedrich, Landwirth

1926

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 16

Nolte, Friedrich, Landwirt und Gemeindevorstand

1962

Vahlhausen b. Horn Nr. 16

Brokmann, Paul, Landwirt (1904-1965)

.

Brückenweg 4 - Pöhl

Brückenweg 4

Das nächste Haus am Brückenweg ist nach über 30 Jahren das erste neu errichtete Wohnhaus in Vahlhausen. Das Gebäude, ein Fertighaus, wurde im September 2000 errichtet. Der Bauplatz wurde von Nr. 16 verkauft.









Brückenweg 2 - Lawrentjev

Brückenweg 2

Neubau aus dem Jahre 2004, auf einem Grundstück von Nr. 17.










Nr.17 - Kemper, Steinheimer Straße 135

Nr.17 - Kemper

Dieser Hof, der ehemalige Halbspännerhof Meierjohann, ist vermutlich einer der drei ältesten Vahlhauser Höfe und könnte bereits 1326 zusammen mit dem Hof Böckhaus (Nr. 19), der um 1550/1560 von diesem Hof abgeteilt wurde, zur Ausstattung der neugegründeten Burgkapelle St. Marien zu Horn gehört haben. Ein besonderes geschichtliches Ereignis und gleichzeitig das Ende des Meierhofes Nr. 3 zu Vahlhausen beschreibt Günter W. Wilberg in "Heimatland Lippe" Nr. 12/95 Seite 364 ff.: Am 06.12.1843 findet in Meinberg die Versteigerung und Zerstückelung des Hofes statt. Es sind zu dem Zeitpunkt drei Häuser auf dem Hof vorhanden. […] Bei der Versteigerung bekamen a) Cord Friedrich Heinrich Nolte aus Vahlhausen-Bellenberg Nr. 19 (Bellenberg) und b) Johann Henrich Stolte, genannt Husemann, aus Küterbrok/Heesten Nr. 16 den Zuschlag. Nolte erhielt das Haupthaus für 2610 Reichstaler und muß sich Meierjohann nennen (Nr. 17). Stolte vlg. Husemann erhielt die Leibzucht mit Backhaus und Schoppen (Nr. 18).

Aus diesem Hof entwickeln sich in den folgenden Generationen noch die Bereits erwähnten Stätten Nr. 12 (Krüger) und Nr. 16 (Hoppe). Das Haus stand seit ca. 2003 leer und wurde im Jahre 2005 verkauft.

1535

Husemann to Vahlhusen

1545

Landschatzregister

Meiger Hencke

1620

Salbuch

Meier Hencke, Halbspänner

1782

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 3

Meyer Johann, Mittelkötter

1843

Versteigerung des Hofes

Berghahn oder Nolte, Cord Friedrich Henrich aus Bellenberg

1885

Verkauf

Holste, Heinrich

1901

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 3

Holste, Heinrich, Landwirt

1926

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 17

Holste, Mathilde, Arbeiterin (1883-1972)

Kemper, Heinrich, Landwirt (1891-1958)

1962

Vahlhausen b. Horn Nr. 17

Kemper, Heinz, Landwirt (1920-1973)

.

Nr.18 - Husemann, Brückenweg 1

Nr.18 - Husemann

Die Ursprünge des Hofes liegen ebenfalls auf dem Vahlhauser Meierhof. 1846 erhält Stolte genannt Husemann bei der Versteigerung des Vahlhauser Meierhofes den Zuschlag für die Leibzucht und das Backhaus. Heinrich Stolte und Jette Husemann errichten an dieser Stelle das heute noch erhaltene Fachwerkhaus Nr. 48 der Bauerschaft Vahlhausen Bellenberg.

Die Inschrift des Torbogens lautet:

WER GOTT VERTRAUT HAT WOHL GEBAUT IM HIMMEL UND AUF ERDEN
WER SIG VERLÄST AUF JESUM KRIST DER MUSS DER HIMMEL WERDEN
HEINRICH STOLTE UND JETTE HUSEMANN HABEN DIESES HAUS LASSEN BAUEN
D ANNO 1846

1846

Heinrich Stolte

1901

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 48

Husemann, Heinrich, Landwirt

1926

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 18

Husemann, Heinrich, Landwirt

1962

Vahlhausen b. Horn Nr. 18

Husemann, Heinrich, Landwirt (1912-1987)

Nr.19 - Watermann <Altrogge, Böckhaus>, Steinheimer Straße 133

Nr.19 - Watermann

Auf dem Hof befindet sich gleich auf der linken Seite das älteste Fachwerkgebäude von Vahlhausen, erbaut 1811. Die Inschrift an dem Fachwerkhaus lautet:

Ach Gott es ist dir wohl bewust ich baue aus Noth und nicht aus Lust
Mein altes Haus drohete mir Gefahr zum Bauen ich gezwungen war
Bewahre dieses Haus für Sturm und Brand
Beschütze das Vaterland
Auch alle denen die mich nennen gieb lieber Gott was sie mit gönnen
Und auch dabei wolltest du mir geben Gesundheit gott und Deinen Segen
Jobst Herman Heinrich Schmidtmeier aus Meiersfeld und Wilhelmiene Henneriette Brockhaus
Den 18 ten Kulius 1811   M.I.P.

Vermutlich ist der Hof Watermann zusammen mit dem bereits beschriebenen Hof Nr. 17 (Kemper) der Hof mit dem Simon I. zur Lippe die neugegründete Burgkapelle St. Marien zu Horn im Jahre 1326 ausstattete (Lip. Regesten 708). Der Hof gehört somit zu den Vahlhauser Höfen, die bereits im Mittelalter bestanden haben dürften. Um 1550/1560 wird der Hof von dem unter Nr. 17 beschriebenen Hof abgeteilt und von Boeckhuiß oder Böckhaus bewirtschaftet. Der Name Böckhaus bleibt bis nach 1926 auf dem Hof erhalten.

1595

Landschatzregister

Boeckhuis

1620

Salbuch

Bockhus, Halbspänner

1782

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 4

Bockhus, Mittelkötter

1811

Hausinschrift

Brockhaus Wilhelmine Henriette und Jobst Hermann Heinrich Schmidtmeier aus Meiersfeld

1901

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 4

Böckhaus, Friedrich, Landwirt und Viehhändler

1926

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 19

Böckhaus, Friedrich, Landwirt (1903-1974)

1962

Vahlhausen b. Horn Nr. 19

Altrogge, Albrecht, Bauer (1900-1977)

Saak, Wilhelm, Bauer

Blasche Gustav, Schuhwaren

Nr.20 - Kaiser <Rehmsmeier, Kuhlemeier>, Steinheimer Straße 129

Nr. 20 - Kaiser

Der ehemalige Vollspännerhof Kuhlemeier wird bereits 1509 urkundlich erwähnt (Lipp. Regesten 2959): Kord von Oeynhausen verkauft einem Bürger zu Horn eine Rente aus seinem von Paderborn lehensrührigen Hof zu Vahlhausen. Im Jahre 1525 gelangt der Hof tauschweise von Kord von Oeynhausen über Erasmus von der Lippe an Temme Bose. 1620 hat der Vollspänner Kuhlemeier acht Pferde, hat 80 Morgen sädiges Land und gehört den Bosen zu Pömbsen. Im Jahre 1782 ist Kuhlemeier der größte Hof in Vahlhausen, Flammenkamp (Kützemeier) gehört zu dieser Zeit bereits nach Wehren. Ein nicht alltägliches Ereignis ist aus dem Jahre 1829 dokumentiert. Auf dem Hof wurde eine Verbrecherbande gestellt. Zwei Diebe starben durch Schüsse, die Übrigen wurden in Haft genommen [Isermann]. Der Name Kuhlemeier ist seit 1535 nachweisbar und bis in das 20. Jahrhundert mit dem Hof verbunden. Um 1890 ist Kuhlemeier Vorsteher (Bürgermeister) in Vahlhausen. Der Schwieger-Enkelsohn dieses Adolf Kuhlemeier, Gustav Rehmsmeier jun. war bis 1972 letzter Bürgermeister der Gemeinde Vahlhausen. Der Hof ist noch heute im Besitz der Nachfahren des 1914 verstorbenen „Alten Kuhlemeiers“. Die Nachfahren der Familie Kuhlemeier/Rehmsmeier, die Familie Keiser aus Schlangen, bewirtschaften auch heute noch die Landwirtschaftlichen Flächen des Hofes.

Eigentümer und Besitzer

1509

Kord von Oeynhausen

1525

Temme Bose, Pömbsen

1535

Landschatzregister

de Culemeiger

1620

Salbuch

Kuhlemeier, Vollspänner.

Besitzer: „Die Bosen zu Pömbsen“

1782

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 1

Kuhlemeyer, mittlerer Halbmeier.

Besitzer: Amtmann Plage

1901

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 1

Rehmsmeier, Gustav, Landwirt.

Böckhaus, Gottlieb, Maurer.

Husemann, Heinrich, Ziegler und Hausschlachter. Kuhlemeier, Adolf, Leibzüchter.

1926

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 20

Rehmsmeier, Gustav, Landwirt.

Böckhaus, Luise, Witwe.

1962

Vahlhausen bei Horn Nr. 20

Rehmsmeier, Gustav, Bauer und Bürgermeister. (1904-1985)

Bierenbrodt, Ewald, Rentner.

.

Leibzucht von Nr.20 - Deppe, Steinheimer Straße 127

Leibzucht von Nr.20

Das Leibzuchtgebäude des Kuhlemeier-Hofes ist von der Hoffläche abgeteilt worden und wurde im August/September 2002 verkauft.










Nr.21 - Wiegmann <Althof, Bunte>, Neuer Kamp 16

Nr.21 - Wiegmann

Gegründet wurde der Hof nach 1540 durch Bunte (Landschatzregister von 1545: de Bunte), im Salbuch von ca. 1620 wird die Stätte unter Bellenberg aufgeführt, die Flurbezeichung der Fläche oberhalb des Hofes ist heute noch „Am Bunten Berge“. Im Salbuch von 1620 wird die Stätte nicht unter Vahlhausen, sondern unter Bellenberg verzeichnet. 1948 befand sich auf Stein gemalt am Haupthaus folgende Inschrift:

Las uns hier in Frieden wohnen Gott und Herr der ganzen Welt du wirst uns Fleiss und Müh belohnen weinn wir nur thun was dir
gefällt. Beschütz und segne dies Gebäude und schenk uns einst des Himmels Freiude.
Erbaut den 24. Juni 1864 Zimmermeister Husemann Maurermeister Götz


1545

Landschatzregister

De Bunte

1620

Salbuch Bellenberg

Bunte, Straßenkötter

1782

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 5

Bunte, Mittelkötter

1901

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 5

Wichmann, Fritz, Landwirt (1883-1916)

1926

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 21

Althof, Karl, Landwirt (1890-1963)

Wiegmann, Luise, Leibzüchterin

1962

Vahlhausen b. Horn Nr. 21

Althof, Karl, Landwirt (1890-1963)

Wiegmann, Friedrich, Bauer. (1913-1991)


Nr.22 -Heerde, Steinheimer Straße 102

Nr.22 - Heerde

1860 hatte Nolte aus Bellenberg Nr. 42 die Stätte gegründet und 1889 auf Ludwig Heerde übertragen.









1860

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 54

Nolte

1901

Vahlhausen-Bellenberg Nr. 54

Heerde, Ludwig, Maurer

1926

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 22

Heerde, Ludwig [jun.], Landwirt (1898-1963)

Heerde, Karoline, Leibzüchterin

1962

Vahlhausen b. Horn Nr. 22

Heerde, Ludwig, Rentner (1898-1963)

Heerde, Walter, Kraftfahrer (1935-1975)

.

Nr.23 - Mai <Böckhaus>, Steinheimer Straße 101

Nr.23 - Mai

Das Haus wurde vor 1919 erbaut und erhielt zunächst die Hausnummer 66 in der Bauerschaft Vahlhausen-Bellenberg, 1920 die Hausnummer 23 in Vahlhausen.








1926

Bauerschaft Vahlhausen Nr. 23

Bökhaus, Gottlieb, Maurer 

Bökhaus, Pauline, Haushälterin

1962

Vahlhausen b. Horn

Böckhaus, Fritz, Fabrikarbeiter

.

Der Vahlhauser Friedhof

Der Vahlhauser Friedhof

1895 wurde dieser Friedhof von der Gemeinde angelegt, bis zu dieser Zeit mussten die Vahlhauser den mühsamen Weg über den Bellenberg nehmen um dort ihre Toten zu bestatten. Der Vahlhauser Friedhof wurde später von der Gemeinde Vahlhausen übernommen. Mit der Friedhofskappelle errichtete die Gemeinde Vahlhausen in den 1960er Jahren das einzige öffentliche Gebäude in Vahlhausen. Architekt war Dietrich Stüwe, ein Neffe von Erfkamp Nr. 10.







Die Schule in Vahlhausen

Eine Schule hat es in Vahlhausen nie gegeben. Anfang des 19. Jahrhunderts gab es Bestrebungen in Vahlhausen eine Schule zu errichten, dieses wurde von der Fürstlichen Regierung in Detmold jedoch abgelehnt, stattdessen wurde der Weg nach Meinberg (heute Vahlhauser Straße / Promenadenweg) zu einer „Chaussee“ ausgebaut, um den Kindern den Schulweg nach Bad Meinberg zu erleichtern.

Die Siedlung Buschkamp / Röhn

Siedlung Buschkamp

Zum Abschluß der Vahlhauser Häuser und Höfe sollen noch einige „Grenzfälle“ erwähnt werden. An der Grenze der Vahlhauser Gemarkung liegt auf Meinberger Gebiet der alte Wohnplatz im Röhn (bzw. Reuen). Neben den bereits vorhandenen alten Stätten aus dem 19. Jahrhundert entstand nach dem zweiten Weltkrieg eine neue Siedlung. Ein Teil der Felder jenseits der Napte gehörte zur Gemeinde Vahlhausen, somit gehörten auch die neuen Häuser Röhn Nr. 7 –15  zu Vahlhausen und erhielten die Vahlhauser Hausnummern 26 – 29. Folgende Häuser sind im Adressbuch von 1962 aufgeführt:




1962

seit 1972

Nr. 26

Möster, Karl, Elektriker

Schilikowski, Willi, Schmied

Röhn 13

Nr. 27

Evtl. nach 1962 errichteter Neubau von Böckhaus Nr. 23

Röhn 5

Nr. 28

Krebs, Walter, Tischler

Röhn 9

Nr. 29

Neugebauer, Georg, Maurer 

Schönfeld, Ferdi, Arbeiter

Röhn 7

Wohnort "Vahlhausen"

Neben den oben aufgeführten Hausnummern Nr. 1 bis 29 gehörten folgende Höfe im „Rhöne“ zum Wohnort „Vahlhausen“, bzw. die Familien wurden in den historischen Quellen als „… aus Vahlhausen“ genannt: Krüger Meinberg Nr. 79, Budde Nr. 82, Keiser Nr. 83, Wind Nr. 84, Dickewied Nr. 123 und Schweppe Nr. 280 - Eine Untersuchung der Geschichte dieser Häuser und Höfe und Ihrer Besitzer ist zur Zeit in Arbeit.


Literatur und Quellen

G. Hohenhaus, Vahlhausen [bei Detmold]. Rodeweiler an den Grenzen der Residenz, Detmold 1996.

C.W. Isermann, Horn. Nachrichten und Notizen über die Stadt Horn ..., Hg. H. Vennefrohne, Horn-Bad Meinberg 1977.

H. Klöpping, Köln. Das Geschlecht Klöpping aus Vahlhausen bei Horn in Lippe, Ennepetal 1970.

R. Linde, Horn und Münster. Die Höfe und Stätten [in Vahlhausen], „Heimatland Lippe – 1150 Jahre Vahlhausen“, Detmold 1997.

A. Redeker, Detmold. Flammenkamp. Geschichte des Hofes Wehren Nr. 1, Manuskript, Detmold 1980.

A. Schöning, Detmold. Der Grundbesitz des Klosters Corvey im ehemaligen Lande Lippe, Bd. 3, Detmold 1960.

G. Vogt, Horn. Hausinschriften im Amt Horn, Examensarbeit, Detmold 1948.

Für die Besitzangaben:

Die lippischen Landschatzregister von 1535, 1545, 1562 und 1572, bearbeitet von F. Verdenhalven, Münster 1971.

Die lippischen Landschatzregister von 1590 und 1618, bearbeitet von H. Stöwer, Münster 1964.

Salbücher der Grafschaft Lippe von 1614 bis etwa 1620, bearbeitet von H. Stöwer und F. Verdenhalven, Münster 1969.

Adreßbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901.

Adreßbuch für das Land Lippe, Detmold 1926.

Lippisches Landes-Adreßbuch, Detmold 1961.

Ungedruckte Quellen (Staatsarchiv Detmold)

Salbücher von 1769, 1781, ca. 1830 und 1856 (L 101 C1 Amt Horn Nr. 11, 13, 25 und 30)

Heberegister und Volkszählungen von 1609, 1642, 1665, 1776, usw. (L 92 Z IV Nr. 7, 9 und 31)

Akte betreffend Knicks Stätte (L 33 B XI Nr. 9)